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Koordinierte Förderung der akademischen Medienkompetenz an der Hochschule

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Die Gestaltung von Lehr- und Lernangeboten an Hochschulen sowie deren Nutzung durch Studierende erfordern sowohl bei Dozierenden als auch bei Studierenden verschiedene Kompetenzen. Mit dem Einzug der Digitalisierung von Bildungsangeboten an Hochschulen gewinnt die akademischen Medienkompetenz (z.B. Wedekind, 2008; Mayrberger, 2010; Reinmann et al., 2013) zunehmend an Bedeutung. Akademische Medienkompetenz umfasst die Bereiche der Lehre, Forschung und Selbstverwaltung sowohl für Studierende als auch für Lehrende (vgl. Reinmann et al., 2013). Anliegen von Lehrenden zur Gestaltung von mediengestützten Angeboten als auch Fragen zur Nutzung solcher Angebote durch Studierende können daher allgemein unter den Begriff der akademischen Medienkompetenz subsumiert werden.

1 Leave a comment on Absatz 1 0 An der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) wurde im Jahr 2013 die Verwendung von E-Learning-/Blended Learning-Szenarien im Unterricht bei Lehrenden (N=153, Rücklaufquote von 12%) erhoben. Es zeigte sich, dass der Einsatz von E-Learning im angereicherten Konzept zwar weit verbreitet war, mediendidaktisch durchdachtere Blended-Learning-Konzepte jedoch noch relativ wenig vertreten waren[1]. Trends und die Erfahrung an der ZHAW seit 2013 deuten jedoch darauf hin, dass sich die Szenarien mehr in Richtung Blended Learning wandeln, wie der hochschulweite Diskurs in Fachgremien sowie verschiedene Auszeichnungen für Best-Practices in der Lehre an der ZHAW belegen[2]. Die Nutzung solcher Angebote erfordern auf Studierendenseite erweiterte Kompetenzen, wie z. B. die Produktion eigener Medien und medialer Beiträge in Form von Portfolio-Ansichten oder Kenntnisse der Urheberrechte. An der ZHAW wurde im Jahr 2013 eine quantitative Umfrage mit N=928 Studierenden aus der grundständigen Lehre durchgeführt, um die Medienkompetenz in einer Selbstevaluation zu erheben. Bei den Studierenden wurde Handlungsbedarf in den Bereichen «Selbstorganisiertes Lernen und Gestaltung von Lernumgebungen», «Persönlichkeits- und Urheberrechten» sowie «Beurteilung von Quellen» festgestellt.

2 Leave a comment on Absatz 2 0 Hochschulweit existierte bis zum Jahr 2013 keine Koordination in Bezug auf Anfragen zur akademischen Medienkompetenz. Aufgrund der Ergebnisse der Befragungen wurde u.a. die Empfehlung umgesetzt, eine ‚Koordinationsgruppe akademische Medienkompetenz‘ zu konstituieren, die sich aus Vertretern folgender Organisationseinheiten der Hochschule zusammensetzt: Die E-Learning-Supporteinheiten, die Hochschulbibliothek, der Rechtsdienst und die ICT-Sicherheit. Die Koordinationsgruppe soll aktuelle Themen aus verschiedenen Hochschulgremien beobachten, Empfehlungen für hochschulweite Unterstützungsangebote daraus ableiten sowie eigene Angebote gemeinsam durchführen.

3 Leave a comment on Absatz 3 0 Es konnten bereits Erfolge verzeichnet werden, die auf der Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit basieren: Hochschulweit werden seit dem Jahr 2015 gemeinsame Fortbildungsprogramme für Dozierende angeboten. So wurde ein Angebot der zentralen E-Learning-Supporteinheit und des Rechtsdienstes zu den rechtlichen Aspekten, insbesondere dem Urheberrecht und dem Datenschutz, des E-Learning/Blended Learning geschaffen. Ein weiteres Angebot, das die E-Learning-Supporteinheit zusammen mit der Hochschulbibliothek konzipiert hat, richtet den Fokus auf die Produktion und Verwendung von bestehenden OER in Bildungskontexten. Der Mehrwert solcher Kursangebote besteht aus der ganzheitlichen Betrachtung der Themengebiete durch die Beteiligung von Experten aus verschiedenen Fachgebieten an den Angeboten.

4 Leave a comment on Absatz 4 0 Für Studierende startete kürzlich ein hochschulweites Pilot-Angebot, welches die Themen „Lernstrategien und Lerntechniken“, „Verwendung von digitalen Medien zu Lernzwecken sowie zur Selbstorganisation“, „Einsatz von Strategien zur Literatursuche und Beurteilung von Quellen“ und „Einschätzung von Risiken und Identifikation angemessener Schutzmassnahmen“ umfasst. Das Online-Angebot wurde durch Mitglieder der Koordinationsgruppe durchgeführt und soll zukünftig zu verschiedenen Zeitpunkten innerhalb der Studiensemester veranstaltet werden, damit Studierende dann teilnehmen können, wenn der Bedarf an Unterstützung besteht.

6 Leave a comment on Absatz 6 0 Mayrberger, K. (2012). Medienpädagogische Kompetenz im Wandel – Vorschlag zur Gestaltung des Übergangs in der Lehrerbildung am Beispiel mediendidaktischer Kompetenz. In R. Schulz-Zander, B. Eickelmann, H. Moser, H. Niesyto, & P. Grell (Hrsg.), Jahrbuch Medienpädagogik 9 (S. 389–412). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

7 Leave a comment on Absatz 7 0 Reinmann, G., Hartung, S. & Florian, A. (2013). Akademische Medienkompetenz im Schnittfeld von Lehren, Lernen, Forschen und Verwalten. Verfügbar unter: http://gabi-reinmann.de/wp-content/uploads/2013/07/AkademischeMedienkompetenz_Reinmann_ Hartung_Florian.pdf (abgerufen am 29.2.2016)

8 Leave a comment on Absatz 8 0 Wedekind, J. (2008). Medienkompetenz für (Hochschul-)Lehrende. Zeitschrift für E-Learning, Lernkultur und Bildungstechnologie, 3, 2, 24-37.



9 Leave a comment on Absatz 9 0 [1] Auf einer Skala von 1 (trifft gar nicht zu) bis 4 (trifft voll und ganz zu) wurden u.a. folgende Selbsteinschätzungen zur Verwendung gemacht: Verteilen von Lehrmaterialen 3.8 von 4, Versenden von Ankündigungen 3.3 von 4. Hingegen wurde bspw. die orts- und zeitunabhängige Betreuung von Studierenden nur mit 2.6 von 4 eingeschätzt, der Austausch von Aufgaben mit 2.51 von 4, das Einschätzen des Lernstandes durch formative Tests mit 2.01 von 4 oder die Durchführung von notenrelevanten Leistungsnachweisen mit 1.39 von 4.

Quelle:http://2016.gmw-online.de/335/