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Eine Website als Unterrichtsmedium: Zusammenarbeit und Sichtbarkeit im hybriden Unterrichtsformat

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Zusammenfassung

1 Leave a comment on Absatz 1 0 Die Website ist die kommunikative Schaltzentrale von Unternehmen. Im Kommunikationsunterricht an der Hochschule Luzern – Wirtschaft ist sie nicht nur Untersuchungsgegenstand, sondern gleichzeitig ein didaktisches Medium, das den Unterricht hybridisiert, die Sichtbarkeit von studentischen Arbeiten erhöht und die Zusammenarbeitsmöglichkeiten medial erweitert. Auf einer Lerngruppen-Website werden Arbeitsergebnisse aus Selbststudium und Präsenzunterricht dokumentiert, Überarbeitungs- und Konstruktionsprozesse sichtbar und nachvollziehbar gemacht.

Ausgangslage und didaktische Ziele

2 Leave a comment on Absatz 2 0 Das Modul «Texte und Konzepte für Unternehmen» an der Hochschule Luzern – Wirtschaft hat die Erweiterung der Schreib- und Konzeptionskompetenz im Berufsalltag zum Ziel. Es wurde vom klassischen Format zu einem hybriden Unterrichtsformat umgewandelt. Jeder Lerngruppe dient eine Website als Arbeitsplattform, auf der die Studierenden ihre Textaufgaben ablegen, miteinander kommunizieren und sich über den Unterricht informieren. Didaktische Ziele waren die grössere Sichtbarkeit von Arbeitsergebnissen, der Austausch sowie Feedbackmöglichkeiten innerhalb der Lerngruppe. Die Hybridisierung[1] des Bildungsraums sollte fliessende Übergänge zwischen Präsenzunterricht und Selbststudium erlauben. Nach ersten Erfahrungen wurde die Anlage optimiert, um die Online-Plattform noch besser mit dem Unterrichtsinhalt zu verzahnen. Eine Besonderheit ist die Doppelfunktion der Website als Unterrichtsmedium und als Unterrichtgegenstand.

2     Umsetzung und Kritik

3 Leave a comment on Absatz 3 0 Eine WordPress-Website sowie passwortgeschützte Videokanäle bildeten die Plattform für alle Arbeiten in diesem Lernmodul. In einem Menü wurden thematische Unterkategorien gebildet. Dies entsprach einer realen Website von Kommunikationsagenturen; die Studierenden konnten ihre thematisch abgelegten Arbeitsaufträge unmittelbar miteinander vergleichen.

4 Leave a comment on Absatz 4 0 Folgende Aspekte wurden systematisch durch die Vorgaben in den Arbeitsaufträgen umgesetzt: Alle Text-, Bild- und Videobeiträge waren im Blog sichtbar und thematisch geordnet darstellbar. Die Kommentarfunktion wurde für (Peer-)Feed­back genutzt. Feedbacks wurden in Revisionen umgesetzt und Beiträge in mehreren, gekennzeichneten Versionen abgelegt. Im Forum wurde diskutiert sowie eine qualitative Evaluation durchgeführt. Im Blog wurden Unterrichtspräsentatio­nen, -ma­terialien und instruktive Videos dokumentiert. Zudem wurden ein Online-Tool zur gegenseitigen Bewertung von Videos sowie eine Twitter-Timeline genutzt.

5 Leave a comment on Absatz 5 0 Durch das praxisähnliche Publizieren, doppelte Feedbackschlaufen und Revisionen wuchsen zusehends das Verständnis digitaler Textsorten sowie die Fähigkeit, Bilder und Videos angemessen auszuwählen und einzubinden. Blogbeiträge wurden im Präsenzunterricht im Plenum besprochen, was die darauffolgenden Beiträge sichtbar verbesserte. Abschliessende, für alle sichtbare Korrekturen der Dozentin wurden ebenfalls rasch eingearbeitet.

6 Leave a comment on Absatz 6 0 Die Rückmeldungen der Studierenden zeigen, dass sie die Arbeit mit einem Tool schätzen, das in der Praxis eingesetzt wird. Sie gaben an, von der Sichtbarkeit der anderen Beiträge profitiert zu haben, sie liessen sich etwa von diesen inspirieren. Kritisiert haben sie den grösseren Arbeitsaufwand durch die visuelle Gestaltung der Website sowie technische Probleme.

7 Leave a comment on Absatz 7 0 Künftig müsste die Stoffmenge zugunsten der Qualität und zeitaufwändigen Feedbackschlaufen und Revisionen reduziert werden. Die Chancen des Flip Teaching könnten mit Hilfe der Website noch besser genutzt werden. Das Fazit der Dozierenden: Der Aufwand lohnt sich, da das Niveau der Texte und Präsentationen durch den Publikationsdruck, Austausch und die Sichtbarkeit erheblich erhöht wurde.

9 Leave a comment on Absatz 9 0 Arnold, P. et. al. (2015). Handbuch E-Learning. Lehren und Lernen mit digitalen Medien. 4. Auflage. Bielefeld: W. Bertelsmann.

10 Leave a comment on Absatz 10 0 Schach, A. (2015). Advertorial, Blogbeitrag, Content-Strategie & Co. Neue Texte der Unternehmenskommunikation. Wiesbaden: Springer.

11 Leave a comment on Absatz 11 0 Wild, E.; Wild, K. (2002). Jeder lernt auf seine Weise… Individuelle Lernstrategien und Hochschule. In B. Berendt (Hrsg.), Neues Handbuch Hochschullehre (S. 1–22). Stuttgart: Raabe.



12 Leave a comment on Absatz 12 0 [1] Vgl. Arnold et. al (2015), S. 61 ff

Quelle:http://2016.gmw-online.de/331/