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Einige Feedback-Arten für Online-Lernen: Taxonomie und Realisierung von Feedback-Mustern für Multiple-Choice Tests in Moodle

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1 Leave a comment on Absatz 1 0 Auf der Folie der „Taxonomie von Unterrichtsmethoden“ (Baumgartner 2014) entwickelt dieser Beitrag eine Taxonomie von Feedbackformen von Multiple-Choice Tests für Online-Lernen. Am Beispiel von Moodle werden sechs Grundtypen (Feedback-Modelle) zu zehn konkreten Anwendungsfällen (Feedback-Muster) ausgearbeitet und ihre Umsetzung in Moodle gezeigt. Dieser Text wird durch einen Moodle-Kurs ergänzt, der diese zehn Feedback-Muster demonstriert.  

1     Einleitung

2 Leave a comment on Absatz 2 0 In der „Taxonomie von Unterrichtsmethoden“ legt Baumgartner (2014) eine umfassende theoretische Modellierung für das didaktische Design von Lernaktivitäten und Unterrichtsszenarien vor. Sein Ziel war es „einen konzeptionellen Rahmen zur Gliederung, Beschreibung und Entwicklung von Unterrichtsmethoden“ vorzulegen (Baumgartner 2014:329). Das Buch hat jedoch aus unserer Sicht einen entscheidenden Nachteil: Es fehlt dem theoretischen Entwurf eine prozessuale (schrittweise) Umsetzung für den alltäglichen Gebrauch, d.h. für die Praxis der Unterrichtsgestaltung. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, wenn die vorgestellten 26 didaktischen Dimensionen und die darauf aufbauenden 130 didaktischen Prinzipien bisher noch wenig praktische Relevanz gezeigt haben.

3 Leave a comment on Absatz 3 0 Im Nachwort zur zweiten aktualisierten und korrigierten Auflage betont Baumgartner, dass sein Buch nicht darauf abziele, bloß „eine anzuwendende Sammlung von Unterrichtsprinzipien vorzulegen. Ganz im Gegenteil: Es ging [ihm …] darum, die Vielfalt der didaktischen Möglichkeiten aufzuzeigen und einen Weg zu beschreiben, wie (neue) Ideen für Lernprozesse generiert werden können“ (Baumgartner 2014:329f.). Aus unserer Perspektive ist jedoch gerade dieser Weg – nämlich wie die theoretischen Begrifflichkeiten in das didaktische Design von Lernprozessen integriert werden können – (noch) nicht sichtbar.

4 Leave a comment on Absatz 4 0 Mit diesem Beitrag wollen wir an einer einzigen seiner Dimensionen (Feedback) jene didaktische Vielfalt, wie sie Baumgartner immer wieder anspricht, in einer praktisch relevanten Form entfalten. Wir wollen das Prinzip des „feedbackunterstützten Lernens“ am Beispiel von Moodle in seiner Vielfalt ausloten und zeigen, wie der theoretische Rahmen der „Taxonomie von Unterrichtsmethoden“ für die Praxis des E-Learning-Alltags umgesetzt und genutzt werden kann. – Wenn wir auch die vorhandenen Optionen in Moodle 3.0 ausführlich diskutieren, legen wir hier jedoch keine Bedienungsanleitung der operationalen Umsetzung vor. Wir gehen vielmehr davon aus, dass entsprechende Moodle-Kenntnisse bereits vorhanden sind, bzw. über die entsprechenden Hilfe-Ressourcen recherchiert bzw. angeeignet werden können.

5 Leave a comment on Absatz 5 0 Das von uns hier verwendete Abstraktionsniveau der Beschreibung hat den Vorteil, dass die Überlegungen auch für andere Software-Implementierungen genutzt werden können. Konzeptionell entspricht unsere Art der didaktischen Beschreibung der bei Baumgartner erwähnten Abstraktionsstufe 2b (Modelle) und 2a (Muster), wenn wir auch jedoch hier (noch) nicht die in der Mustertheorie übliche Struktur und Notation benutzen (Bauer 2014; Bauer und Baumgartner 2012; Leitner 2007).

2     Zur didaktischen Vielfalt von Feedback

6 Leave a comment on Absatz 6 0 Aus Platzgründen nehmen wir für diesen Beitrag einige Einschränkungen vor.

8 Leave a comment on Absatz 8 0 Abb. 1: Fragetypen in Moodle 3.0

9 Leave a comment on Absatz 9 0 Erstens konzentrieren wir uns auf das didaktische Design von Quizfragen und nicht ganz allgemein auf Feedback-Optionen im Lernprozess. Zweitens betrachten wir hier Quizze nicht als Bewertungswerkzeuge, sondern als eine (weitere) Möglichkeit Lernprozesse anzustoßen. Drittens beschränken wir uns auf einen einzigen Quiz-Typus (Multiple-Choice) und betrachten nicht die vielen weiteren in Moodle angebotenen Möglichkeiten von Fragetypen (siehe Abb. 1 nebenstehend). Viertens behandeln wir MC-Fragen nicht allgemein, sondern nur bezüglich der Feedback-Dimension.

10 Leave a comment on Absatz 10 0 Im Zusammenhang der Überlegungen von Baumgartner zur didaktischen Vielfalt ist es instruktiv sich die Konsequenzen der von uns vorgenommenen Einschränkungen bildlich vor Augen zu führen: Baumgartner unterscheidet 18 Modellfamilien, die jeweils unterschiedliche Typen von Feedback ermöglichen. Alleine die Modellfamilie „aufgabenbearbeitendes Lernen“ mit ihren fünf Hauptlinien inkludiert 24 Feedback-Varianten! Davon wiederum wird nur eine einzige Option (Auswahlaufgabe) mit bloß einer einzigen ihrer drei unterschiedlichen Feedbackformen in diesem Beitrag betrachtet. Darin zeigt sich bereits anschaulich die hohe Anzahl didaktischer Gestaltungsmöglichkeiten, bei der es Baumgartner in seinem „Plädoyer für didaktische Vielfalt“ – so der Untertitel seines Buches – geht.

12 Leave a comment on Absatz 12 0 Abb. 2: Teilontologie: Aufgabe leicht modifiziert nach Meder (2006:75)

13 Leave a comment on Absatz 13 0 Wir fokussieren hier auf Auswahlantworten, weil wir bereits bei einem einzigen Aufgabentyp die von Baumgartner angesprochene didaktische Vielfalt aufzeigen wollen und und nicht etwa weil wir Multiple-Choice (MC) für den besten Quiz-Typus halten. Die Nachteile von MC-Fragen sind bekannt: Sie „liegen in der Einschränkung der überprüfbaren Wissensarten, einer möglichen Mehrdeutigkeit bei Formulierungen und möglicher Fehlbeurteilung von Halbwissen. Zusätzlich können Testfertigkeiten (test-wiseness […]), ungewollte Lösungshinweise und einfaches Raten eine korrekte Deutung der Testergebnisse erheblich erschweren“ (Bernhardt-Melischnig u. a. 2013:14).

3     Taxonomie von Feedback-Arten für Online-Lernen

3.1  Arten von Feedback bei Baumgartner

14 Leave a comment on Absatz 14 0 Baumgartner unterscheidet insgesamt fünf grundsätzliche Typen von Feedback und ordnet ihnen jeweils ein didaktisches Prinzip für den Lernprozess zu (2014:185f. Wir folgen der Tabelle auf S.185, die Beispiele sind jedoch von uns.):

15 Leave a comment on Absatz 15 0 Autodidaktisches Lernen: Damit ist Feedback durch die eigene (Lern)-Praxis gemeint, sozusagen eine „Rückmeldung der Welt“, beispielsweise beim Scheitern eines Plans.

16 Leave a comment on Absatz 16 0 Zielerreichendes Lernen: (Bewertendes) Feedback, das nicht zeitnah, aber summativ erfolgt: Z.B. die Benotung am Ende eines (Online)-Examens .

17 Leave a comment on Absatz 17 0 Hinweisendes Lernen: (Erklärendes) Feedback, das zeitnah zum Lernergebnis erfolgt: Z.B. die Erläuterung, warum eine Antwort (bzw. gewählte Antwortalternative in einem Multiple-Choice-Test) falsch ist.

18 Leave a comment on Absatz 18 0 Hinführendes Lernen: Feedback, das formativ eine Hilfe als Rückmeldung anbietet, z.B. Hinweise, wenn eine Aufgabe nicht korrekt bearbeitet wurde.

19 Leave a comment on Absatz 19 0 Perspektivisches Lernen: (Konstruktives) Feedback, das auf die Zukunft ausgerichtet ist, z.B. indem die Exploration einer alternativen Perspektive vorgeschlagen wird.

20 Leave a comment on Absatz 20 0 Zur Systematik obiger Aufstellung bei Baumgartner sind Erläuterungen notwendig:

21 Leave a comment on Absatz 21 1 Seine fünfgliedrige Skalenstruktur ist bloß als Denkmuster didaktischer Vielfalt zu verstehen. Es ist keineswegs zwingend, dass es immer fünf Ausprägungen gibt. Es soll bloß damit gezeigt werden, dass es immer mehr als bloß eine oder zwei Möglichkeiten gibt, dass es also immer eine hohe Anzahl an Variationen gibt. Das zeigt sich z.B. gerade auch bei der Feedbackskala, wo eine Kombination der von uns hier verwendeten Merkmale – Art, Zeit, Wertung, Inhalt, Anzahl (siehe Tabelle 1) – zu einem überraschenden Ergebnis führt. Selbst wenn wir nur dichotomisierte Merkmale annehmen (was für „Inhalt“ sicherlich nicht zutrifft), ergeben sich bereits 100 Varianten mit der Rechnung: 5! / 2! (5-2)! = 1*2*3*4*5 / 1*2*(1*2*3) = 120 / 12 = 100.

22 Leave a comment on Absatz 22 0 Wenn wir hier also sechs Grundtypen mit zehn Anwendungsfällen vorstellen, dann präsentieren wir nur einen kleinen Teil der möglichen didaktischen Vielfalt. Allerdings stellen die zehn vorgestellten Muster von Multiple-Choice Tests durchaus ein repräsentative Auswahl vor, die wohl die wichtigsten und sinnvollsten Anwendungen praktisch umsetzen.

3.2  Arten von Feedback bei Moodle

23 Leave a comment on Absatz 23 0 Kursive Begriffe kennzeichnen die Einteilung durch „X“ in der Tabelle 1. Alle nachfolgenden Feedback-Muster werden in Moodle auf http://moodle.donau-uni.ac.at/moodle-imb/course/view.php?id=15 ausführlich erklärt und an den immer gleichbleibenden drei Beispielsfragen demonstriert.

24 Leave a comment on Absatz 24 0 Gesamtes Feedback: Es bezieht sich auf den gesamten Quiz und wird präsentiert, nachdem der Quiz beendet wurde. Das ist ein pauschales Feedback, weil es nicht auf die einzelnen Fragen konkret eingehen kann, sondern nur auf der Meta-Ebene zum gesamten Quiz eine Rückmeldung gibt.

25 Leave a comment on Absatz 25 0 Muster 01: Bewertung

26 Leave a comment on Absatz 26 0 Erst nachdem der Quiz beendet wurde, erfolgt die Auswertung und wird das Ergebnis rückgemeldet. Wir sprechen daher von zeitlich verzögertem Feedback, weil es nicht direkt nach den Antworten, sondern erst am Ende des Quiz präsentiert wird.

27 Leave a comment on Absatz 27 0 Da erst nach jedem Quiz-Abschluss, die einzelnen Antworten gesammelt bewertet werden und nur die Gesamtbilanz als Summe bekannt gegeben wird, hat die Rückmeldung summativen Charakter.

28 Leave a comment on Absatz 28 0 Anwendung: Z.B. ein Einstufungstest, weil es dabei nicht um inhaltliche Lernprozesse geht, sondern eine summative Bewertung ausreicht.

29 Leave a comment on Absatz 29 0 Muster 02: Kurs-Empfehlung und Muster 03: Quiz-Empfehlung

30 Leave a comment on Absatz 30 0 Unter dem Gesichtspunkt einer Zeitperspektive, die über den einzelnen Quiz-Versuch hinausreicht, können am Quiz-Ende Hinweise oder Empfehlungen zur weiteren Vorgangsweise gegeben werden (z.B. einen bestimmten Text nochmals lesen, den Quiz wiederholen etc.).

31 Leave a comment on Absatz 31 0 Die beiden Muster 01 und 02 unterscheiden sich nur dadurch, dass der Quiz einmal (Kursempfehlung) oder mehrmals (Quizempfehlung) absolviert werden kann. Darf der Quiz nur einmal absolviert werden, können sich die Empfehlungen am Ende nicht mehr auf den Quiz beziehen, sondern müssen den weiteren Kursverlauf adressieren. Bei mehreren Versuchen kann hingegen auch auf Material verwiesen werden, das für nochmaliges Absolvieren des Quiz relevant ist. Unter dieser größeren Zeitperspektive (z.B. mehrere Versuche oder auf Kursebene) nimmt selbst pauschales Feedback einen formativen Charakter an.

32 Leave a comment on Absatz 32 0 Anwendung: Kurs-Sequenz-Steuerung auf Grundlage von Test-Ergebnissen.

33 Leave a comment on Absatz 33 0 Allgemeines Feedback: Ist eine Rückmeldung, die bei jeder beantworteten Frage gegeben wird und zwar unabhängig davon, ob die Antwort richtig oder falsch ist. Allgemeines Feedback ist – bezogen auf die Ebene, die es adressiert (= Frage) – ein pauschales Feedback, weil es zwar auf die einzelnen Fragen eingeht, nicht aber auf die einzelnen gewählten Antwortvorgaben.

34 Leave a comment on Absatz 34 0 Muster 04: Test-Erklärung

35 Leave a comment on Absatz 35 0 Zusätzlich zur Bewertung (Muster 01) wird hier mit einem erklärenden Feedback die richtige Lösung darstellt und/oder erläutert.

36 Leave a comment on Absatz 36 0 Wiederum erfolgt die Rückmeldung zeitlich verzögert (am Quiz-Ende).

37 Leave a comment on Absatz 37 0 Um den Testcharakter mit einer Bewertung (Benotung) gerecht zu werden, wird nur ein Versuch erlaubt.

38 Leave a comment on Absatz 38 0 Anwendung: Prüfung mit Erklärung der Testergebnisse.

39 Leave a comment on Absatz 39 0 Muster 05: Quiz-Übung

40 Leave a comment on Absatz 40 0 Für den Lerneffekt ist es gegenüber Muster 04 effektiver, Feedback (richtig oder falsch) unmittelbar nach der Beantwortung der Frage vorzusehen.

41 Leave a comment on Absatz 41 0 Um den Übungscharakter hervorzuheben, wird hier nicht benotet.

42 Leave a comment on Absatz 42 0 Es werden beliebig viele Versuche erlaubt.

43 Leave a comment on Absatz 43 0 Anwendung: Trainingseinheit zum Üben.

44 Leave a comment on Absatz 44 0 (Spezifisches) Feedback: Ist eine Rückmeldung, die zu jeder einzelnen Antwortmöglichkeit vorgesehen wird. Es ist konkretes Feedback, weil es genau auf die einzelnen – von den Lernenden gewählten – Antwortvorgaben eingeht.  Der zu lernende Inhalt wird in eine Batterie von Fragen mit spezifiziertem Feedback aufgeteilt. Zu jeder falschen Antwortvorgabe wird erklärt, warum sie falsch ist. Auch zu richtigen Antwortvorgaben kann noch zusätzlich erläuterndes Material (Text, Links, Bilder, Audio, Video) hinzugefügt werden.

45 Leave a comment on Absatz 45 0 Muster 06: Test-Lernen

46 Leave a comment on Absatz 46 0 Hier erfolgt Rückmeldung zwar sehr detailliert aber zeitlich verzögert (am Quiz-Ende).

47 Leave a comment on Absatz 47 0 Zusätzlich mit dem erklärenden Feedback, das die richtige Lösung zu Quiz-Ende inhaltlich begründet, wird in diesem Muster auch bewertet.

48 Leave a comment on Absatz 48 0 Der Test darf nur einmal absolviert werden.

49 Leave a comment on Absatz 49 0 Anwendung: Simulation als realistische Prüfungsvorbereitung.

50 Leave a comment on Absatz 50 0 Muster 07: Quiz-Lernen

51 Leave a comment on Absatz 51 0 Der Lerneffekt ist weit größer, wenn die spezifische Rückmeldung direkt nach der Beantwortung der Fragen präsentiert wird.

52 Leave a comment on Absatz 52 0 Weil der besondere Reiz dieses Musters darin besteht, dass auch aus falsch gewählten Antworten gelernt werden kann, sind mehrere Versuche besonders wichtig. So können selbst komplexe Inhalte interaktiv gelernt bzw. sogar erarbeitet werden.

53 Leave a comment on Absatz 53 0 Wenn das spezifische Feedback gut gewählt wird, bekommt der Quiz einen probierenden und spielerischen Aspekt, weil – durch Neugier motiviert – bewusst falsche Antwortvorgaben gewählt werden, um das reiche Feedback in den Zusatzerklärungen genießen zu können. Das funktioniert natürlich, nur dann, wenn es keine Notenbewertung gibt.

54 Leave a comment on Absatz 54 0 Anwendung: Spielerisches Erarbeiten der Inhalte.

55 Leave a comment on Absatz 55 0 Kombiniertes Feedback: Kombiniertes Feedback wertet alle gewählten Antwortvorgaben hinsichtlich der drei Möglichkeiten (richtig, teilweise richtig oder falsch) aus und gibt für jede dieser Varianten gebündelt ein pauschalierendes Feedback. Die Auswertung von Mehrfach-Auswahlaufgaben kann recht komplex sein, weil viele Kombinationen möglich sind. Der Mischstatus (= teilweise richtig) kann sowohl durch fehlende richtige und/oder falsche Antwortvorgaben generiert werden.  Kombiniertes Feedback gibt für alle drei Möglichkeiten pauschalierendes Feedback.

56 Leave a comment on Absatz 56 0 Moodle generiert bereits bei der Erstellung von Multiple-Choice Fragen automatisch einen Text für diese Art von Rückmeldungen („Die Antwort ist richtig“, „Die Antwort ist teilweise richtig“, „Die Antwort ist falsch“), der aber beliebig verändert werden kann. Außerdem kann mit Moodle auch noch entschieden werden, ob die Anzahl der richtigen Antworten angezeigt wird und ob – falls mehrere Versuche vorgesehen sind – bereits ausgefüllten Antworten für den neuerlichen Antwortversuch übernommen werden.

57 Leave a comment on Absatz 57 0 Muster 08: Trial-and-Error

58 Leave a comment on Absatz 58 0 Bei diesem Muster wird mit Versuch-und-Irrtum solange probiert, bis die richtige Antwort gefunden wird. Deshalb sind beliebig viele Antwortversuche vorzusehen; gleichzeitig dürfen keine zusätzlichen Informationen während des laufenden Versuchs verraten werden. Es soll nur angezeigt werden, ob eine Antwort richtig oder falsch ist. Darüber hinausgehende Informationen, wie „Allgemeines Feedback“, aber vor allem auch „Spezifisches Feedback“ zu den Antwortvorgaben, sind bei diesem Muster abzuschalten.

59 Leave a comment on Absatz 59 0 Für dieses Muster müssen mehrere Antwortversuche pro Frage erlaubt sein.

60 Leave a comment on Absatz 60 0 Um auf die Auswertung reagieren zu können, muss die Rückmeldung zu den gewählten Antwortvorgaben (richtig, teilweise richtig, falsch) natürlich unmittelbar nach dem Antwortversuch präsentiert werden.

61 Leave a comment on Absatz 61 0 Bewertung ist möglich (z.B. durch Punkteabzug pro Antwortversuch), aber wenig sinnvoll. Mit Punkteabzügen würde der gewünschte formative Charakter dieses Musters zerstört werden.

62 Leave a comment on Absatz 62 0 Anwendung: Lernen mit Probieren (Methode: Versuch-und-Irrtum).

63 Leave a comment on Absatz 63 0 Hinweisendes Feedback: Wenn mehrere Antwortversuche erlaubt sind, dann kann mit dieser Art der Rückmeldung eine Hilfestellung (mit oder ohne Punkteabzüge) bei einer falschen oder teilweise richtigen Antwort angefordert werden. Es ist pauschalierendes Feedback, weil es sich auf die Frage bezieht, aber nicht durch die einzelnen gewählten Antwortvorgaben beeinflusst wird. Die Rückmeldung muss daher so gewählt werden, dass sie immer für alle Kombinationen von falschen oder teilweise richtigen Antworten gültig ist.

64 Leave a comment on Absatz 64 0 Muster 09: Antwort-Hinführen

65 Leave a comment on Absatz 65 0 Antwort-Hinführen unterscheidet sich von Muster 08 (Trial-and-Error) sowohl durch die gezielte zusätzliche Information, die nach jedem weiteren Antwortversuch präsentiert wird, aber auch durch eine vorweg genau festgelegte Anzahl an erlaubten Antwortversuchen. Es müssen dazu entsprechende Vorbereitungen bei der Frage selbst getroffen werden: Für jeden nicht vollständig korrekten Antwortversuch wird ein Hinweis vorgesehen.

66 Leave a comment on Absatz 66 0 Diese Hinweise können sich in ihrer Deutlichkeit (Hilfestellung) mit zunehmenden Antwortversuchen verstärken und werden unmittelbar nach dem Antwortversuch gegeben.

67 Leave a comment on Absatz 67 0 Es ist formatives Feedback, weil es die weitere Beantwortung beeinflusst.

68 Leave a comment on Absatz 68 0 Bewertung (z.B. durch Punkteabzug) ist möglich widerspricht aber einem intendierten formativem Charakter des Feedbacks.

69 Leave a comment on Absatz 69 0 Anwendung: Lernen mit vorbereiteten Hilfestellungen.

70 Leave a comment on Absatz 70 0 Selbsteinschätzung: Die Rückmeldung kalkuliert eine auf Selbsteinschätzung basierende Gewissheitsvermutung und bezieht dies in die Bewertung der Frage (richtig, teilweise richtig oder falsch) mit ein. Das ist eine ungewohnte und in den Konsequenzen nicht leicht zu verstehende Quiz-Art, die hier aus Platzgründen nur gestreift werden kann.

71 Leave a comment on Absatz 71 0 Bei dieser Art von Quiz wird am Ende der Antwortvorgaben gefragt: „Wie sicher sind Sie? C=1 Nicht sehr (< 67%); C=2 Ziemlich (über 67%) oder C=3 Sehr (über 80%)“. Richtig Antworten werden mit 100%, 200% und 300% der zurechenbaren Punktezahl bewertet, falsche jedoch mit 0%, -200% oder sogar mit -600% bestraft.

72 Leave a comment on Absatz 72 0 Muster 10: Perspektive

73 Leave a comment on Absatz 73 0 Mit Muster 10 (Feedback mit Selbsteinschätzung) wird die bei Baumgartner als perspektivisches Lernen angeführte Möglichkeit der Exploration alternativer Perspektiven in drei Phasen realisiert.

74 Leave a comment on Absatz 74 0 Es wird zuerst darüber nachgedacht wird, wie sicher die eigene Antwort eingeschätzt wird (= Think);

75 Leave a comment on Absatz 75 0 Danach wird mit konkretem unmittelbaren Feedback über das Vertrauen in das eigene Wissen reflektiert (= Reflect);

76 Leave a comment on Absatz 76 0 Einstellung und Perspektive bezüglich der Selbsteinschätzung eigener Kompetenzen werden bei dieser Methode bestätigt (verstärkt) oder sanktioniert (geschwächt), wodurch der formative Charakter dieser Art von Feedback deutlich sichtbar wird (= Learn).

4.    Zusammenfassung

77 Leave a comment on Absatz 77 0 Die von uns durchgeführte Untersuchung zeigt, dass die in der „Taxonomie von Unterrichtsmethoden“ theoretisch motivierte didaktische Vielfalt sich in konkrete und praktische Anwendungsfälle umsetzen lässt. Am Beispiel von Quiz-Feedbackformen bei Moodle konnte gezeigt werden, dass die von Baumgartner aufgestellte fünfgliedrige Feedback-Skala nicht nur ihre praktische Entsprechung im didaktischen Design von Moodle-Lernarrangements hat, sondern sich sogar noch weiter differenzieren lässt.

79 Leave a comment on Absatz 79 0 Bauer, Reinhard. 2014. „Didaktische Entwurfsmuster. Diskursanalytische Annäherung an den Muster-Ansatz von Christopher Alexander und Implikationen für die Unterrichtsgestaltung“. Klagenfurt: Alpen-Adria Universität Klagenfurt. Dissertation.

80 Leave a comment on Absatz 80 0 Bauer, Reinhard und Peter Baumgartner. 2012. Schaufenster des Lernens: Eine Sammlung von Mustern zur Arbeit mit E-Portfolios. Waxmann.

81 Leave a comment on Absatz 81 0 Baumgartner, Peter. 2014. Taxonomie von Unterrichtsmethoden: ein Plädoyer für didaktische Vielfalt. 2. aktualisierte und korrigierte Auflage. Münster: Waxmann.

82 Leave a comment on Absatz 82 0 Bernhardt-Melischnig, Johannes Claudia Dragosits und Sandra Trinko. 2013. Hochschulübergreifender Leitfaden für den kreativen Teil bei der Erstellung anwendungsorientierter Prüfungsfragen. Graz: Forum Neue Medien in der Lehre.

83 Leave a comment on Absatz 83 0 Leitner, Helmut. 2007. Mustertheorie. Einführung und Perspektiven auf den Spuren von Christopher Alexander. 1. Aufl. Nausner & Nausner.

84 Leave a comment on Absatz 84 0 Meder, Norbert. 2006. Web-Didaktik: Eine neue Didaktik webbasierten, vernetzten Lernens. 1. Aufl. Bertelsmann, Bielefeld.

85 Leave a comment on Absatz 85 0  

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88 Leave a comment on Absatz 88 0 Anwendungsmuster

114 Leave a comment on Absatz 114 0 1. Gesamtes Feedback

141 Leave a comment on Absatz 141 0 2. Allgemeines Feedback

158 Leave a comment on Absatz 158 0 3. Spezifisches Feedback

176 Leave a comment on Absatz 176 0 4. Kombiniertes Feedback

187 Leave a comment on Absatz 187 0 5. Hinweisendes Feedback

188 Leave a comment on Absatz 188 0 Antwort-Hinführung

199 Leave a comment on Absatz 199 0 6. Selbsteinschätzendes FB

211 Leave a comment on Absatz 211 0 Tab. 1: Taxonomie der in Moodle realisierten Feedback-Arten mit ausgewählten Anwendungsmustern

212 Leave a comment on Absatz 212 0 Legende: = trifft zu per Definition; ý = trifft zu als Eigenschaft; ✗  = möglich, aber sinnvoll?; þ = leitet den Musternamen ab

213 Leave a comment on Absatz 213 0  

Quelle:http://2016.gmw-online.de/202/